|
www.FighterFitnessForum.com Das offizielle Fighter-Fitness-Forum von Björn Friedrich
|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Damnation

Anmeldungsdatum: 05.05.2006 Beiträge: 1867 Wohnort: Wien Karate
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 3:52 pm Beitrag speichern Titel: Tote Küken, blutige Hühner, guten Appetit! inkl. Video |
|
|
Tote Küken, blutige Hühner, guten Appetit!
Von Jan Freitag
Ausgerechnet beim Krawallsender RTL II wurde ein geplanter Skandal zum Lehrstück: Starkoch Jamie Oliver tötete Hühner vor laufender Kamera - und prangerte damit die Massentierhaltung an.
Eigentlich ist Jamie Oliver die Liebenswürdigkeit in Person: Menschlich der Traum unzähliger Schwiegermütter; beruflich ein strebsamer Karrierist und dennoch Sympathieträger; optisch der nette Junge von nebenan; persönlich ein Mann mit Prinzipien. Und dann macht der freundliche Starkoch so was!
Langsam führt er einen Elektroschocker zum Kopf eines aufgehängten, lebendigen Hühnchens, betäubt das zappelnde Etwas mit einem Stromstoß und lässt es mit einem Stich durch den Schnabel vor laufender Kamera ausbluten. Barbarisch, so mögen viele denken. Wie kann man nur, zur besten Sendezeit …
Man kann, durchaus, wenn man eine Mission hat. Und Jamie Olivers Mission heißt: Die Menschen vor den Bildschirmen davon zu überzeugen, dass unsere Art der Nahrungsmittelproduktion nicht nur absurd, inhuman und lebensfeindlich ist, sondern allen Informationskanälen der vernetzten Welt zum Trotz ein Mysterium bleibt, das selbst aufgeklärte Verbraucher nicht in allen Dimensionen erfassen.
Jamie Oliver durfte im Fernsehen schon manch heilige Kuh schlachten. Er hat sich über fettige Schulkantinenkost aufgeregt. Er hat die ungesunden Essgewohnheiten der Unterschicht angesprochen. Doch dass er zu Beginn des Jahres im englischen Channel 4 die Methodik der Federviehwirtschaft am sterbenden Objekt verdeutlichte, ist eine neue Dimension des Erziehungsfernsehens.
Er exekutiert ein Huhn, live und vor Publikum
Die Aufmerksamkeitsökonomie der Mediengesellschaft kennt dafür den Begriff "Skandal", und so hat sie vorab auch darüber berichtet: Jamie Oliver, der Gourmet mit sozialer Ader, ökotrophologischem Sendungsbewusstsein und guten Entertainerqualitäten, exekutiert erst ein Huhn, live und vor Publikum, später dann vergast er Küken.
Skandalös, was da also am gestrigen Montag bei RTL II als synchronisierte Deutschlandpremiere zu sehen war! Fragt sich nur, wo eigentlich der Skandal liegt - in der Tatsache, dass unser Konsumverhalten Unmengen von Lebensmitteln unter den Produktionsmethoden der Folter erfordert? Oder im Umstand, dass dies erst dann Anstoß erregt, wenn man dabei auch noch zusehen muss - bevor man herzhaft zubeißt?
Dass ausgerechnet RTL II dieser Debatte nun einen Schub verlieh, darüber konnte man sich schon wundern, schließlich ist der Krawallsender nicht für Nachhaltigkeit und Verantwortungsgefühl berühmt. Eingerahmt von einer Chartshow und einer Dokusoap übers Fremdgehen zeigte der "Big Brother"-Kanal, dass Aufklärung manchmal nicht ohne geplante Skandale zu betreiben ist.
Geflügel-Essen in Teufelsküche
Der Kölner Sender nannte dann auch die Show martialisch "Jamies Hühnerhölle", in England lief sie unter dem etwas weniger rabiaten Originaltitel "Jamie's Fowl Dinners" – also eher "Geflügel-Essen" als "Teufelsküche".
Der Ablauf: Jamie Oliver hat ein paar Dutzend argloser Gäste zum gediegenen Menü geladen und erst bei der Begrüßung mit der zentralen Frage konfrontiert, ob ihnen wohl der Appetit vergeht "wenn Sie erfahren, woher Ihr Essen stammt".
Den meisten verging er dann tatsächlich, denn der Maître präsentierte weit vorm ersten Gang Bilder aus Legebatterien und Schlachtfabriken, von lebenden Tierleichen, turbogemästeten Frankensteinhühnchen, kalter Industrielogik und ließ die Besucher unter süßen Küken auf den Tischen jene männlichen selektieren, die er im Anschluss unter Kohlendioxidbegasung ersticken würde.
Es war ein echtes Erlebnis, die Kiefer der Zuschauer herunterklappen zu sehen bei jeder weiteren industriellen Erzeugungsperversität. "Meinen Sie, das ist hier noch Landwirtschaft?", fragte der strubbelig-nette Jamie Oliver im Blaumann einen Käfighalter und erntet die achselzuckende Antwort: Nein, das sei Produktion.
Zurück im Studio, nun eleganter mit Anzug und Krawatte, erklärte Oliver den hungrigen Gästen in Erwartung des Sterne-Dinners, dass ihre eiweißhaltigen Mahlzeiten gewöhnlich zu 80 Prozent aus dem stammen, was die Tierschutzorganisation Peta hierzulande mal mit Bildern aus Konzentrationslagern verdeutlichte. Auch dies galt damals - verglichen mit dem Gegenstand ihrer Kritik - als weitaus größerer Skandal.
Ein vergastes Küken bekommt echte Relevanz
Die Funktion des Skandals, sagt der Medienforscher Lothar Mikos, ist eben auch die Aufrechterhaltung eines moralischen Grundkonsens, der sich ökologischer Nachhaltigkeit bislang erst dort öffnet, wo sie uns nicht allzu weh tut.
Davon abgesehen, dass in den Reklamepausen für all jene Produkte von Waschmitteln über Süßigkeiten bis hin zu Discountmärkten geworben wurde, die ebenfalls am Ende quälend langer Ketten tierischer Ausbeutung stehen, hat RTL II dem Skandal hier also in die richtige Spur geholfen. Und hat das etymologische "Ärgernis" des Skandals einiger live getöteter Hühner mit sinnvollen Ergänzungen des englischen Originals in konstruktive Empörung umgeleitet: Mit vielen Statistiken über deutsches Konsumverhalten als Untertitel zu "Jamies Hühnerhölle". Und durch ein "Welt der Wunder"-Spezial zum Thema im Anschluss.
Das ist in einer Fernsehlandschaft, die ähnlich aufrüttelnde Dokumentarformate wie "Feed the World" aus Österreich oder "Darwins Alptraum" über die desaströsen Folgen europäischen Fischbedarfs für Afrika gern ins Spätprogramm von 3sat verbannt, schon eine Menge wert.
Wo uns Dieter Bohlens Sprüche, Heidi Klums Magersuchtmodels oder Eva Hermans Mutterkreuzeskapaden als Skandale verkauft werden, kriegt ein vergastes Küken echte Relevanz.
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,565865,00.html
Video:http://youtube.com/watch?v=PaT7Um1GDzk
http://youtube.com/watch?v=20W_R-wWFA8&feature=related
Zuletzt bearbeitet von Damnation am Mi Jul 16, 2008 11:21 am, insgesamt einmal bearbeitet |
|
| Nach oben |
|
 |
Guest
|
|
| Nach oben |
|
 |
Rocky

Anmeldungsdatum: 26.10.2005 Beiträge: 174 Wohnort: Lübeck
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 6:59 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
habs auch im Fernsehen gesehen und fand es abscheulich.
Fand Jami Oliver eigentlich immer sehr nett und mochte seine Koch-Sendung, aber was er da mit den Kücken gemacht hatte, konnte ich mir nicht mit ansehen. Hat er vielleicht auch dran gedacht das eventuell Kinder zuschauen würden? Ich glaube er hatte sie einfach nicht mehr alle! Was soll das denn bitte schön ändern? _________________ Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi, 02.10.1869 - 30.01.1948 |
|
| Nach oben |
|
 |
Wursti

Anmeldungsdatum: 27.08.2006 Beiträge: 1185
Boxen, Funktionstraining
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 7:03 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
Also ich finde, dass das eine sehr gute Aktion ist.
Er spiegelt die Realität, die aus dem Bewussten oft ausgeklammert wird. _________________ Muscle-Corps |
|
| Nach oben |
|
 |
lusch3

Anmeldungsdatum: 26.09.2007 Beiträge: 1353 Wohnort: drehst'n! historisches Fechten
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 7:03 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
ich finds vollkommen in ordnung, denn sowas wird viel zu sehr verdrängt... _________________ "Wer denkst du ist dran schuld?" - "Na die Verantwortlichen, die Verantwortlichen sind dran schuld!" |
|
| Nach oben |
|
 |
jinn

Anmeldungsdatum: 05.04.2007 Beiträge: 1000
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 7:26 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
Jetzt mag ich den Jamie noch mehr =)
Die einzige Kochsendung, die ich mir ab und an ansehe...  |
|
|
|
| Nach oben |
|
 |
andy Site Admin

Anmeldungsdatum: 16.01.2004 Beiträge: 2923
Eskrima
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 7:56 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
| ...und die Menschen weinen. Krass, wie groß die Distanz zwischen dem Töten des Tieres und dem Essen geworden ist. |
|
| Nach oben |
|
 |
hundder
Anmeldungsdatum: 04.07.2004 Beiträge: 64 Wohnort: Im Zelt
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 8:33 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
Fuer manche ists schon "eklig" ein Stueck rohes Fleisch anzufassen, oder zu sehen wie aus Fleisch Blut tropft.
Welche Farbe hat die Kuh? Lila, juchey!! |
|
| Nach oben |
|
 |
Ryu

Anmeldungsdatum: 14.04.2004 Beiträge: 902 Wohnort: Waghäusel
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 8:51 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
Berührt mich nicht wirklich, die Reptilien brauchen ja auch was zu essen, von daher, schade dass nicht jedes Lebewesen leben kann. Aber naja ob sie jetzt lebendig an die anderen Viecher verfüttert werden oder vorher erstickt ergibt für mich keinen Unterschied.
Gruß Ryu _________________ Bei den meisten Problemen hilft, abwarten und Tee trinken, ansonsten kann man ja immer noch mit der Kanne schmeißen. |
|
| Nach oben |
|
 |
Shaolos
Anmeldungsdatum: 13.10.2007 Beiträge: 2345
|
Verfasst am: Di Jul 15, 2008 8:53 pm Beitrag speichern Titel: |
|
|
Gerade wenn Kinder zusehen, sollte dies doch erfolgreich sein.
Nicht, dass wir alle zu Vegetariern umerziehen sollten.
Sondern ein Bewusstsein wie die Produktion nun mal funktioniert.
Und vor allem sollte er dann aber auch das Bewusstsein auf solche grossartigen Projekte wie die Polyfarms lenken.
Ökologische Farmen, deren Erträge mit weniger Aufwand teilweise stark über dem der Industriefarmen stehen. Mit besserem, gesünderem Essen.
Klar sterben auch hier Rinder und Hühner. Allerdings nicht im "Konzentrationslager für Tiere".
Jamie Oliver kriegt dafür meinen Respekt. |
|
| Nach oben |
|
 |
Beowulf

Anmeldungsdatum: 16.01.2008 Beiträge: 1087 Wohnort: Köln FF, Moghaddam JKD
|
Verfasst am: Mi Jul 16, 2008 6:40 am Beitrag speichern Titel: |
|
|
Also ich finde die Aktion klasse! Er spricht damit etwas an, was tot geschwiegen wird. Müsste jeder sein Essen selbst schlachten oder zu sehen, wie es geschlachtet wird wären wohl 80% der Menschen aus Industrieländern Vegetarier.
Ich kann Shaolos nur zu stimmen, wenn Kinder zu schauen wird es erst recht wirken! "Das Kind lernt im jungen Alter, zu was es später wird."
Jamie, mach weiter so! |
|
| Nach oben |
|
 |
HangOn
Anmeldungsdatum: 04.06.2008 Beiträge: 102
|
Verfasst am: Mi Jul 16, 2008 7:06 am Beitrag speichern Titel: |
|
|
| Rocky hat folgendes geschrieben: | | habs auch im Fernsehen gesehen und fand es abscheulich. |
Finde die Aktion auch sehr sehr gut!
Gerde in Zeiten, in denen solche Typen wie Dieter Bohlen und Heidi Klumm Woche für Woche die Fernsehnation zusehenst verdummen und dafür auch noch angehimmelt werden, muss man eben mal ein Ausrufezeichen setzten!
Wenn dieses Ausrufezeichen in einem ausblutenden Huhn symbolisiert wird: Um so besser!
Diese langweiligen Dokumentationssendungen, die die Tiere in den Batterien zeigen, schockieren auch - aber nach dem die Sendung vorbei ist, ist das Gesehene auch schon wieder aus den Köpfen der Menschen raus - vielleicht ist es hier ja mal anders... |
|
| Nach oben |
|
 |
Ryu

Anmeldungsdatum: 14.04.2004 Beiträge: 902 Wohnort: Waghäusel
|
Verfasst am: Mi Jul 16, 2008 7:53 am Beitrag speichern Titel: |
|
|
Wo ist das ausblutende Huhn? Habe nur die Küken gesehen...
Ich finde die Aktion übrigens auch sehr gut, ich finde das Fleischessen dazugehört und das man auch nicht unbedingt zusehen können muss wie ein Tier getötet wird um es zu essen ABER so wie die Fleischgewinnung momentan läuft sollte es nicht weitergehen, die weiten Transporte, barbarische Behandlung etc. muss nicht sein.
Gruß Ryu _________________ Bei den meisten Problemen hilft, abwarten und Tee trinken, ansonsten kann man ja immer noch mit der Kanne schmeißen. |
|
| Nach oben |
|
 |
Wursti

Anmeldungsdatum: 27.08.2006 Beiträge: 1185
Boxen, Funktionstraining
|
Verfasst am: Mi Jul 16, 2008 7:58 am Beitrag speichern Titel: |
|
|
| Zitat: | | Müsste jeder sein Essen selbst schlachten oder zu sehen, wie es geschlachtet wird wären wohl 80% der Menschen aus Industrieländern Vegetarier. |
Das würde ich definitiv nicht so sagen. Die jetzige Generation würde zum Großteil nicht damit klarkommen, während die nachfolgenden damit aufwachsen, aber nichts daraus lernen. Das Problem ist für mich nicht, dass alle drauf scheißen, sondern das jeder einzelne verlernt hat, dem Tier, das er gerade isst, Respekt zu zollen.
Und das grundlegende Problem ist die totale Stumpfheit, die entweder als Mainstream verurteilt wird oder in den alternativen Kreisen als Authentizität fehlinterpretiert wird.
Siehe dazu:
http://de.youtube.com/watch?v=ljrd54FtynE&feature=related _________________ Muscle-Corps |
|
| Nach oben |
|
 |
ratking
Anmeldungsdatum: 15.07.2008 Beiträge: 14
|
Verfasst am: Mi Jul 16, 2008 8:21 am Beitrag speichern Titel: |
|
|
Also ich fand das Video in keinster Weise schockierend.
fressen und gefressen werden, die Tiere machens so, und wieso sollte der Mensch kein Tier sein?
die Tiere werden normalerweise von den Menschen schmerzfrei getötet(Gas, Elektroschock,...), in freier Wildbahn werden sie erst ein paar mal gebissen und verenden dann (wenn ich z.B. sehe wie meine Katze eine Maus jagt und tötet , sieht das weniger schön aus, als wenn ein paar Küken nach Luft schnappen ).
Die Viehzüchter können aber sicher nichts dafür, das sie die Tiere so halten und schlachten müssen. Ist halt die billigste Variante.
Was wirklich schockiert sind irgendwelche Typen die lebendigen Tieren den Pelz abreissen...... |
|
| Nach oben |
|
 |
Kemmotar

Anmeldungsdatum: 28.01.2007 Beiträge: 270 Wohnort: Berchtesgaden Jiu Jitsu
|
Verfasst am: Mi Jul 16, 2008 9:33 am Beitrag speichern Titel: |
|
|
Ich finde dem Jamie ist jedes Mittel recht ins TV zu kommen.
Hier werden Hühner übrigends nicht vergast, sondern aussortiert und von Hand das Genick gebrochen.
Solange soviele Menschen auf der Erde leben wird Massentierhaltung wohl notwendig.
Man kann sich wohl über die Art und Weise unterhalten, aber abschaffen kann man sie wohl nicht. _________________ ---- B-Fit ----
Natural Fitness |
|
| Nach oben |
|
 |
|
| Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung | Empfehlung |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|