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Zielsetzungs-Theorie



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Lasyx



Anmeldungsdatum: 22.06.2007
Beiträge: 278
Wohnort: Gießen
MMA, Fußball, Radfahren, Schlittschuhfahren, BWE

BeitragVerfasst am: So Jun 01, 2008 4:43 pm Beitrag speichern    Titel: Zielsetzungs-Theorie Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden 

Hi,

da ich mich gerade auf meine Mündlichen vorbereite und mein Tiefenthema Motivation ist, dachte ich mir, dass es jemanden interessieren könnte, wie die Theorie hinter der Zielsetzung steckt.
Es gibt noch etliche andere Motivationstheorien, aber die Zielsetzungstheorie finde ich hierfür (FitnessForum) am passendsten. Vielleicht kann es euch helfen ein paar Punkte zu beachte, wenn ihr
euere Ziele setzt. Ich weite das nicht sehr aus, und gehe auf die eher für euch wichtigen Punkte ein.

Ziele:

- Klar und Spezifisch

Klar bedeutet, dass die Ziele die ihr euch steckt am besten messbar sein sollten. (Zeit beim Laufen, Oberarmumfang, Körperfettanteil, Körpergewicht, Klimmzuganzahl,...)
Spezifisch bedeutet, dass es sich auf eine bestimmtes Ziel richtet. (Ausdauer, Kraft, Masse,... und nicht "Ich will fitter werden")

- Schwer erreichbare Ziele bringen mehr Leistung

Untersuchungen zeigen, dass Konkrete und Spezifische Ziele die Leistung erhöhen im Vergleich zu unspezifischen Zielen. Hierbei kann man noch unterscheiden, ob es sich um schwer oder um leicht erreichbare Ziele handelt. Bei niedriger angesetzten Zielen werden diese meist fast oder ganz erreicht.
Bei schwer erreichbaren Zielen kommen 2 Ergebnisse heraus. Nämlich, dass man entweder ca ganau so performt, als wenn man sich unklare und unspezifische Ziele setzt oder man bringt sehr gute Leistungen, die die leicht erreichbaren Ziele weit überflügeln und selbst die mittelschweren Ziele mit Abstand hinter sich lassen. Der Unterschied wird hierbei durch den letzten Punkt gemacht, nämlich

- Ziele müssen vom Performer akzeptiert werden (eigentlich Ziel commitment)

Das bedeutet, dass man vom Ziel überzeugt sein muss, dass man es schafft und dieses auch annimmt. Das sollte hier kaum ein Problem sein, da ihr euch meist die sportlichen Ziele selbst steckt und somit kaum ein Problem mit der Akzeptanz eurer Ziele bekommen solltet. Diese Unterscheidung wird wichtig, wenn man extern Ziele vorgegeben bekommt.


Die Theorie besagt, dass diese Ziele auf einen wirken, indem sie Richtung, Intensität, Durchhaltevermögen steuern und euch Strategien (z.B. Trainingspläne) entwickeln lassen. Oder auf deutsch, ihr seid dann Motiviert euch mit eurem Training auseinander zu setzten, seid motiviert zu Trainieren und die konkreten und spezifischen Ziele bringen euch dazu, besser, härter, langfristiger und Zielorientierter zu trainieren.
Die Leistung, die erbracht wird, kann durch Feedback (weniger Gewicht, Muskelwachstum, Körperfettreduktion,.. daher war ein Konkretes Ziel wichtig, damit ihr ein konkretes Feedback bekommen könnt) gemessen werden. Weiter kann durch Feedback ein Soll-Ist-Vergleich stattfinden. Durch solche Vergleiche kann man sich wieder auf seine Ziele ausrichten und die Auswirkungen seines Trainings mit den gewollten Auswirkungen abgleichen. Feedback wirkt sich aber auch wieder auf die Ausgangspunkte aus - Richtung, Intensität, Durchhaltevermögen und die Strategieentwicklung - und motiviert beeinflusst somit wieder die Leistung.

Untersuchungen haben gezeigt, dass

- Qualität und Quantität des Ziels sich beeinflussen, also sollte man beides hoch wählen. Auf den Sport übertragen bedeutet das, dass ihr bei Klimmzügen nicht nur die Anzahl sondern auch die Qualität der ausgeführten Klimmzüge mit in die Zielsetzung einbeziehen solltet um eure Leistung und Motivation zu erhöhen.


- Ziele sich eher auf Prozesse (Wie mache ich etwas; also die Ausführung) ausrichten sollten, wenn es sich um komplexe Aufgaben handelt (Eigentlich ist mit Komplex die Kopfarbeit, die hinter einem Prozess steht gemeint. Ein Anwendungsbeispiel wäre Softwareentwicklung).
Ein wirklich zufriedenstellendes Beispiel für Sport konnte ich nicht finden, da die Abläufe selten unsere grauen Gehirnzellen beanspruchen. Eine Möglichkeit wären vielleicht Pistols. Hier hat man zum Beispiel das Problem, dass man sowohl Kraft braucht, als auch die Koordination auf die Reihe bringen muss. Hier könnte man das Ziel in Prozesse unterteilen und sich erstmal auf eines der beiden Probleme konzentrieren. Bei der Ausführung der Pistols sollte man sich erstmal über den Bewegungsablauf klar werden und vielleicht erstmal auf die Verbesserung von einem der beiden Punkte konzentrieren (Gesondertes Training der beiden Prozesse könnte den Fortschritt verschnellern). Das kann man auch als eine Art der Zwischenzielbildung sehen, die für die Motivation sehr wichtig ist.
Bei einfachen Aufgaben (gemeint ist, einfach in der Ausführung, nicht ob es leicht ist) sollte man sich eher ergebnisorientierte Ziele setzten, die führen schneller zu hohen Leistungen. Das ist beim Sport fast immer der Fall. Also sollte die Zielsetzung (Klar, Spezifisch) beim Sport fast immer ergebnisorientiert sein.

- man sich auch mehrer Ziele gleichzeitig setzten kann, solange sie kompatibel sind. Bedeutet, dass man sich nicht das Ziel des Masseaufbaus und der KFA-Senkung setzen sollte. (Mir ist schon klar, dass es möglich ist, aber doch schwer zu machen. Soll auch nur als Beispiel dienen)

Ziele sind also die ersten Schritte von Verhalten(Sprich: Training). (Theorie von Locke & Latham)

Was hier weiter ein wenig mitspielt ist die Theorie der Selbstwirksamkeit (Self-Efficacy).

Selbstwirksamkeit ist der Glaube, dass man eine bestimmte Aufgabe lösen, oder ein bestimmtes Ziel erreichen kann.
Selbstwirksamkeit wird beeinflusst durch (nach Bandura):

-die Erfahrung, dass man eine bestimmte Aufgabe schon mal geschafft hat
-Modeling (Vergleich mit anderen, D.h.: Wenn er das (nicht) kann, kann ich das auch (nicht)! )
-Soziale Überzeugung (Sätze von anderen: Du kannst das!)
-Physiologische Beschaffenheit (Ermüdungsbewältigung, Stress, ..)

Wenn man ein Ziel erreicht hat, so steigert das die Zufriedenheit, erhöht die Selbstwirksamkeit, das Interesse an der Aufgabe bleibt erhalten und erleichtert das Vorankommen zu schweren Zielen. Außerdem Traut man sich mehr an ähnliche Ziele ran und versucht sich auch dann an schwereren Zielen.

Das bedeutet für uns (Sportler), wenn wir eine Übung noch nie Ausgeführt haben und sonst kaum Erfahrung in dem Gebiet haben, dass wir uns dennoch hohe Ziele mit erstmal niedrigen Zwischenzielen stecken sollten. Durch das Erreichen der Zwischenziele steigern wir unsere Self-Efficacy und die Motivation steigt. Wir haben aber immer noch ein hohes Ziel, auf das wir hinarbeiten wollen und das uns Motiviert.
Vorsichtig sollte man aber sein, sich nicht am Anfang zu übernehmen, da bei einem Nichterreichen die Self-Efficacy gesenkt wird, was demotivierend wirkt.

So ich denke so viel Neues war das nicht, vor allem nicht für die länge des Textes. Ist halt eine weit verbreitete Theorie. Vielleicht hats euch ja motiviert sich neue/konkretere Ziele zu setzten Smile

Cu
Lasyx
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Verschleißen ist besser als Verrosten

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Zuletzt bearbeitet von Lasyx am Mi Jun 04, 2008 5:47 pm, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Guest







Verfasst am:  Beitrag speichern    Titel: Sponsored Link  

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fab



Anmeldungsdatum: 02.05.2005
Beiträge: 1484


BeitragVerfasst am: So Jun 01, 2008 5:43 pm Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden 

toll gemacht!

weiter so!
danke
Empfehlung

von andy
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the_ANSWER



Anmeldungsdatum: 05.09.2004
Beiträge: 1272


BeitragVerfasst am: So Jun 01, 2008 7:45 pm Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden 

Das ist ein Text, den jeder und besonders Trainingsanfänger lesen sollte! Smile
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Sehr gute Websites für Anfänger und Fortgeschrittene:
www.eigenerweg.com
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Sentenced



Anmeldungsdatum: 15.08.2006
Beiträge: 340


BeitragVerfasst am: Mo Jun 02, 2008 6:49 pm Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden 

Wirklich toller Post! Very Happy
_________________
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Lasyx



Anmeldungsdatum: 22.06.2007
Beiträge: 278
Wohnort: Gießen
MMA, Fußball, Radfahren, Schlittschuhfahren, BWE

BeitragVerfasst am: Mi Jun 04, 2008 5:58 pm Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden 

Danke Smile

Habe noch ein wenig im Text rumgespielt, damit das Verständnis vielleicht besser wird.

Cu

Lasyx
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Empfehlung

von andy
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andy
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Anmeldungsdatum: 16.01.2004
Beiträge: 2895

Eskrima

BeitragVerfasst am: Mi Jun 04, 2008 6:09 pm Beitrag speichern    Titel: Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden 

Verschiebe das mal in den Warriorspirit.
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